Bakterien und Elektrosmog: Gefährliche Kombination

Wir lieben die Vorteile unserer digitalisierten und vernetzten Welt, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Eine dieser unterschätzten Folgen ist der Nebel aus elektromagnetischer Strahlung, der „Elektrosmog“, der uns ständig umgibt. Obwohl der Zusammenhang zwischen dem Mikrobiom und künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern noch wenig erforscht ist, zeichnen erste Studien bereits ein deutliches Bild. Und dieses Bild spricht nicht unbedingt für eine ständige Erreichbarkeit am Smartphone, oder ein vollständig vernetztes Zuhause.

Die Basics – das elektromagnetische Spektrum

Elektromagnetische Felder werden klassischerweise durch das elektromagnetische Spektrum beschrieben. Angefangen von statischen elektrischen und magnetischen Feldern, über Radio- und Fernsehwellen, Sonnenlicht bis hin zur hochfrequenten radioaktiven Strahlung – EM-Felder gibt es viele.

Manche dieser Felder treten in der Natur auf, andere wiederum sind künstlich erzeugt. Die einen Felder sind schädlich für den menschlichen Organismus und wieder andere sind lebensnotwendig.

Die allermeisten unserer heiß geliebten modernen elektronischen Gadgets, vom Küchenmixer bis hin zum voll vernetzten Heimkinosystem geben elektromagnetische Strahlung verschiedener Stärken und Frequenzen ab. Selbst die Stromleitungen im Haus produzieren Strahlung.

Bakterien und Elektrosmog: Gefährliche Kombination
Das elektromagnetische Spektrum – © NASA

Künstlich erzeugte EM Felder können schädlich sein

Natürlich auftretende Strahlung, wie das Magnetfeld und die Wärmestrahlung der Erde, oder das Sonnenlicht, ist gut für den menschlichen Organismus. Ein Übermaß an künstlich erzeugten Feldern dagegen kann Schaden anrichten.

Elektrosmog lautet das Stichwort, mit dem die Wolke künstlich erzeugter EM-Felder beschrieben wird.

Das heißeste Thema in diesem Zusammenhang ist heute klar das Mobilfunknetz und die stetig wachsende Vernetzung mittels Wi-Fi, deren Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen bereits vermehrt untersucht wurden.

Angefangen bei Kopfschmerzen bis hin zum erhöhten Krebsrisiko, wurden bereits viele Beeinträchtigungen des Menschen durch EM-Strahlung nachgewiesen​1,2​. Die anfälligsten Bereiche sind laut Studien Herz und Brustbereich, Fortpflanzungsorgane und Fruchtbarkeit, sowie das Gehirn​3–5​.

Dass die Grenzwerte der Strahlenbelastung gesetzlich durch den SAR Wert geregelt sind, ist nur ein kleiner Trost. Viele potenzielle Auswirkungen auf den Menschen wurden bisher nämlich nicht, oder nur sehr begrenzt untersucht. Dazu gehört zum Beispiel die Beeinflussung unseres Mikrobioms durch Elektrosmog.

Mikrobiom & Elektrosmog

Das Mikrobiom ist die Gemeinschaft aller Bakterien und Pilze, die deinen Körper besiedeln. Den höchsten Bekanntheitsgrad genießt das Mikrobiom im Darm, doch Bakterien leben im Grunde überall in und auf uns.

Die allermeisten dieser Mikroben sind nicht schlecht für uns, sondern ein essenzieller Bestandteil des menschlichen Organismus. Ohne das Mikrobiom wären wir gar nicht lebensfähig. Angefangen von der Verdauung, über das Immunsystem bis hin zum Aussehen von Haut, Haaren und Zähnen regulieren sie unzählige Prozesse im Körper.

Die Kommunikation zwischen den Bakterien im Mikrobiom passiert nicht nur chemisch, sondern auch physikalisch. Kurz: Mikroorganismen kommunizieren über EM-Wellen und koordinieren so ihre Ausbreitung und Vermehrung​6​.

Mehrere Studien zeigen, was passiert, wenn die Kommunikation innerhalb des Mikrobioms durch Elektrosmog gestört wird:

Manche Bakterien werden übervorteilt …

Unsere Darmflora besteht im Normalfall zu ca. 1% aus Bakterien der Art Escherichia coli. Die meisten Stämme dieser Bakterien sind ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Darm-Mikrobioms. Sie sorgen unter „normalen“ Umständen und in der richtigen Menge dafür, dass die Verdauung richtig funktioniert. Sie helfen außerdem bei der Synthese von Vitaminen im Darm und halten die Balance der Darmflora aufrecht.

Gefährlich wird es erst, wenn es zu einer Überbevölkerung von E. coli Bakterien kommt. Darmentzündungen, Morbus Crohn oder ein kolorektales Karzinom gehören zu den gefährlichen möglichen Folgen einer Fehlbesiedlung von E. coli​7,8​. Eben diese Fehlbesiedlung kann laut aktuellen Forschungsergebnissen durch Mobilfunk- und WiFi-Strahlung auftreten​9​.

… und andere werden benachteiligt

Nicht nur, dass potenzielle Schädlinge übervorteilt werden, die Vermehrung mancher nützlicher probiotischen Bakterienarten wird unterdrückt.  

Die Laktobazillenarten L. Plantarum und L. Rhamnosus sind vielstudierte Stämme und werden mit zahlreichen gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung gebracht und können sogar beim Abnehmen helfen und Depressionen entgegenwirken​10,11​.

Beide Bakterienarten können durch EM-Strahlung dezimiert werden. Getestet wurde mit Frequenzen zwischen 6.41 und 7.62GHz – und je höher die Frequenz, desto stärker die Eindämmung der gesundheitsfördernden Laktobazillen. Wi-Fi Netze mit 5GHz liegen sehr nahe am getesteten Frequenzbereich und der neue Netzstandard 5G ist potenziell noch gefährlicher, dazu mehr weiter unten.

Unterschätztes Risiko: Antibiotikaresistenz

Das iranische Forscherteam, das die erhöhte Vermehrung von E. coli feststellen konnte, hat noch mehr schlechte Nachrichten für uns: Wi-Fi und Handystrahlung erhöhen innerhalb eines Zeitfensters von etwa 6 Stunden die Antibiotikaresistenz mancher Bakterienarten​9​.

In unserem Darm werden Bacteriocine produzierte, die wie ein körpereigenes Antibiotikum wirken und gezielt gegen schädliche Bakterienarten vorgehen. Durch die EM-Strahlung können diese wirkungslos werden und schädliche Bakterienarten können sich vermehren.

Das sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen, die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in der zunehmenden Antibiotikaresistenz eines der größten Risiken für die Menschheit.

Bakterien und Elektrosmog: Gefährliche Kombination
Image by Darko Stojanovic from Pixabay

Gefahr für Haut und Haar

Nicht nur unser Darmmikrobiom wird durch elektromagnetische Strahlung aus der Balance gebracht, ähnliche Wirkung hat der Elektrosmog auf unser Haut-Mikrobiom. Wie eine texanische Studie zeigt, ändern sich die Populationen der auf der Haut ansässigen Bakterien S. pasteuri, S. lugdunensis und S. epidermidis stark mit der einwirkenden Strahlung​12​.

Die Studien zeigen einen bedenklichen Trend: höhere Frequenzen wirken tendenziell störender auf unsere Mikrobiota. Das sind schlechte Neuigkeiten, wenn man an die Pläne der Netzbetreiber denkt, flächendeckend die den neuen Kommunikationsstandard 5G einzuführen.

In Zukunft mehr Elektrosmog durch den 5G-Netzausbau

Der Kommunikationsstandard 5G löst den bisherigen Standard 4G (oder LTE) ab und soll stetig wachsenden Datenverkehr durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Menschen und Maschinen bewerkstelligen.

Kritisch sind die zunehmende Strahlenbelastung durch die steigende Anzahl an elektronischen Geräten und Sendemasten, denn das 5G Netz wird parallel zum bestehenden Netz aufgebaut. Auch die höheren Frequenzen, die im 5G Netz im Vergleich zu LTE zum Einsatz kommen, sind potenziell gefährlich. Frequenzbereiche bis zu 60 Ghz sollen in Zukunft für die 5G Technologie genutzt werden.

Bakterien und Elektrosmog: Gefährliche Kombination
Image by René Bittner from Pixabay

Es gibt bereits eine erste Studie, welche konkret die Auswirkungen von 5G Strahlung auf unser Mikrobiom beleuchtet. Wiederum konnte eine erhöhte Wachstumsrate von E. coli Bakterien nachgewiesen werden.​13​

Was kann ich tun?

Glücklicherweise sind wir der elektromagnetischen Strahlenbelastung nicht schutzlos ausgeliefert. Hier ein paar Vorschläge, um sich gegen den stetig stärker werdenden Elektrosmog zu wehren:

Ein erster Schritt ist es, achtsamer zu werden und versuchen die Strahlungseinwirkung elektronischer Geräte zu reduzieren. Verbring mehr Zeit draußen, versetze dein Smartphone bei Nichtgebrauch in den Flugmodus, nutze eine feste Internetleitung anstelle von WiFi und schalte alle nicht benötigten Geräte über Nacht aus. Wichtig ist auch, besonders gefährdete Bereiche, wie Kopf, Brust und Fortpflanzungsorgane, zu schützen. Das kannst du beispielsweise, indem du zum Telefonieren ein Headset verwendest und das Smartphone nicht direkt zum Kopf hältst, du deinen Laptop nicht auf deinen Schoß stellst und dein Smartphone nicht in deiner Brusttasche oder im BH spazieren trägst.

Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann versuchen sich gegen die elektromagnetische Strahlung abzuschirmen. „Effektive Mikroorganismen“ lautet hier das Stichwort. Aus fermentierten gebrannten Tonziegeln wird ein Pulver gewonnen, dass beispielsweise in die Wandfarbe oder den Putz gerührt werden kann, in Form von Aufklebern direkt auf Smartphone oder Laptop geklebt, oder als eine Art Kindersicherung in jede Steckdose eingelegt werden kann.

Diese Keramikprodukte verändern die elektromagnetische Strahlung in der Umgebung dahingehend, dass sie besser verträglich wird und den Körper weniger schwächt. Eine Untersuchung dazu findest du hier (PDF).

Vielleicht kannst du dem Einfluss von EM-Feldern nicht entkommen, weil du zum Beispiel bei der Arbeit ständig von Elektronik umgeben bist? Vielleicht willst du auch einfach nicht auf die Vorteile der Digitalisierung verzichten, oder schlicht besser gegen Elektrosmog gerüstet sein? Dann kannst du aktiv dein Mikrobiom stärken. Das machst du, indem du die „guten“ Baterien der Form eines natürlichen Probiotikums täglich zu dir nimmst. Auch eine Ernährungsumstellung kann die mikrobielle Balance in deinem Darm wiederherstellen.

Bakterien und Elektrosmog: Gefährliche Kombination
Image by Free-Photos from Pixabay

Um die zukünftige massive Strahlenbelastung durch das neue 5G Netz aufzuhalten, kannst außerdem selbst aktive werden und eine Petition unterschreiben. Entsprechende Ansuchen findest du hier (Österreich) oder hier (Deutschland).

Mach es wie die Tech-Gurus

Wir sind ständig von elektronischen Geräten umgeben und können dem nicht entkommen. Vielfach wollen wir das auch gar nicht, denn mit der zunehmenden Vernetzung wächst auch unser Komfort.

Im Sinne unserer Gesundheit sollten wir allerdings das Thema Strahlenbelastung ernst nehmen und uns nicht unnötig in Gefahr bringen.

Die Pioniere der Elektronik-Branche wissen um die Gefahr: die Tech-Gurus an vorderster Front bei Facebook, Google und Co. sind was Unterhaltungselektronik betrifft sehr streng mit ihrem Nachwuchs, dort spielen die Kinder nicht schon in frühen Jahren mit dem Tablet. Im Silicon Valley dem IT-Mekka im sonnigen Kalifornien wurde auch der Ausbau des 5G Netzes aufgrund gesundheitlicher Bedenken gestoppt (EN).

Nehmen wir uns also ein Beispiel daran und schützen uns vor den gefährlichen Auswirkungen von Elektrosmog – mit einem starken und ausgeglichenen Mikrobiom und einer Rückkehr vom Digitalen zum Analogen.

Quellen

  1. 1.
    Wang J, Su H, Xie W, Yu S. Mobile Phone Use and The Risk of Headache: A Systematic Review and Meta-analysis of Cross-sectional Studies. Sci Rep. Published online October 3, 2017. doi:10.1038/s41598-017-12802-9
  2. 2.
    World Health O. Electromagnetic fields and public health: mobile phones. Electromagnetic fields and public health: mobile phones. Published 2014. Accessed 2020. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/electromagnetic-fields-and-public-health-mobile-phones
  3. 3.
    Saili L, Hanini A, Smirani C, et al. Effects of acute exposure to WIFI signals (2.45GHz) on heart variability and blood pressure in Albinos rabbit. Environmental Toxicology and Pharmacology. Published online September 2015:600-605. doi:10.1016/j.etap.2015.08.015
  4. 4.
    Asghari A, Khaki A, Rajabzadeh A, Khaki A. A review on Electromagnetic fields (EMFs) and the reproductive system. Electron Physician. 2016;8(7):2655-2662. doi:10.19082/2655
  5. 5.
    Deniz O, Kaplan S, Selçuk M, et al. Effects of short and long term electromagnetic fields exposure on the human hippocampus. J Microsc Ultrastruct. Published online 2017:191. doi:10.1016/j.jmau.2017.07.001
  6. 6.
    Reguera G. When microbial conversations get physical. Trends Microbiol. 2011;19(3):105-113. doi:10.1016/j.tim.2010.12.007
  7. 7.
    Mirsepasi-Lauridsen HC, Vallance BA, Krogfelt KA, Petersen AM. Escherichia coliPathobionts Associated with Inflammatory Bowel Disease. Clin Microbiol Reviews. Published online January 30, 2019. doi:10.1128/cmr.00060-18
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    Sanchez M, Darimont C, Drapeau V, et al. Effect ofLactobacillus rhamnosusCGMCC1.3724 supplementation on weight loss and maintenance in obese men and women. Br J Nutr. Published online December 3, 2013:1507-1519. doi:10.1017/s0007114513003875
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  13. 13.
    Nascimento LFC, Botura Jr. G, Mota RP. Glucose consume and growth of E. coli under electromagnetic field. Rev Inst Med trop S Paulo. Published online April 2003:65-67. doi:10.1590/s0036-46652003000200002

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Georg

Georg

Georg ist der Kopf hinter Probiotic Brain. Nach seiner Ausbildung zum BSc. hat er sich im Internet selbstständig gemacht. Er ist sehr naturverbunden und, wenn es um Fitness, Ernährung oder Selbstoptimierung geht, immer auf der Suche nach natürlichen und ganzheitlichen Lösungen. Das menschliche Mikrobiom beeinflusst nahezu alle Aspekte des Mensch-Seins und hat daher großes Interesse in ihm geweckt.

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